Robert-Walser-Preis

«Das ist mein Fels. Ein windiges Riff, ein paar knotige Kiefern. Abends komme ich hierher, um unser Haus von oben zu sehen. Ich sitze vorn am Abgrund. Hinter meinen Zehen schwanken die Baumkronen, dass ich schwindlig den Blick heben muss. …»

Was ist Heimat? Und was bleibt von ihr? In seinem Debütroman «Elbwärts» erforscht der preisgekrönte Lyriker Thilo Krause die Überreste einer Kindheit, an einem Ort, der dem erwachsengewordenen Protagonisten längst fremd geworden ist.

«Krause erzählt auf höchst eindringliche und sprachlich stimmige Weise von der Rückkehr an den zugleich vertrauten und fremd gewordenen Ort der Kindheit im Elbsandsteingebirge nahe der tschechischen Grenze und von der unvermeidlichen Konfrontation mit einem die Existenz überschattenden, in Schweigen eingemauerten Jugendtrauma. In Bildern von großer dichterischer Intensität gelingt es Krause, das Eintauchen-Wollen in eine unwiederbringlich verlorene, nicht mehr zu berichtigende Vergangenheit sinnlich fassbar zu machen.» (Aus der Jurybegründung auf der Seite des Robert-Walser-Preises)

Nicolas-Born-Debütpreis

«Elbwärts ist ein großer Erinnerungsstrom aus einer Kindheit und Jugend im Elbsandsteingebirge, der sich kaum mit der völlig veränderten Gegenwart in Einklang bringen lässt. Fremdenfeindlichkeit, Rechtsnationalismus und Elbhochwasser sind die prägenden Momente im Hier und Jetzt. Krause verknüpft die Sphären des Vergangenen und Gegenwärtigen mit Behutsamkeit, Unaufdringlichkeit und Geschmeidigkeit. Die Sprache des Lyrikers verbindet sich mit der Gewandtheit eines Erzählers, der genaue Beobachtungen anstellt, ohne sie selbst auszudeuten. Entstanden ist eine neue Form diskreter politischer Prosa, die subtiler wirkt als laute Anklagen, Appelle und Parolen.» 

Pressestimmen

«Elbwärts ist unprätentiös, aber ungemein dicht erzählt… Makellose Prosa. Ein Wurf!» (Manfred Papst, NZZ Bücher am Sonntag)

«Das ist ein Buch, das sehr spröde und störrisch fast anfängt, sehr kurz, sehr knapp und dann immer poetischer wird. …» (Elbwärts als Spitzentitel von Elke Heidenreich, komplette Videobesprechung bei DER SPIEGEL)

«Es sind wunderbare Nachrichten für die Literatur deutscher Sprache. Aus der Stummheit ist doch noch ein Triumph der Erzählkunst hervorgegangen, und ein Autor, fernab an der freundlichen Limmat, hat sich als Meister des Innehaltens, Beobachtens und Formulierens erwiesen.» (Eberhard Geisler, Frankfurter Rundschau)

«Eine leise und dennoch kraftvoll bildhafte Sprache. … Eine dichte und psychologisch tiefgründige Geschichte über außergewöhnliche Freundschaft und narzisstischen Schmerz. … Thilo Krause hat eine melodiöse Sprache gefunden, die zu begeistern vermag.» (Mirko Schwanitz, BR2 Kulturwelt)

«Ungewöhnlich und riskant ist in diesem bemerkenswerten Roman, wie politische und subjektiv-emotionale Stränge miteinander verknüpft werden. Es ist eine ästhetische Gratwanderung, ohne die üblichen Absicherungen.» (Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung)

Thilo Krause nutzt die Mittel der Literatur: er erklärt nicht, er erzählt. Und das hinterlässt einen starken Eindruck, der nachwirkt. (Cornelia Geißler, Berliner Zeitung)

«Elbwärts gehört gewiss zu den stärksten Romanen in diesem Bücherherbst.» (Jürgen Kanold, Südwest Presse)